NRZ fühlt sich nicht für Werbung verantwortlich

Am vergangenen Samstag fand sich in der NRZ Werbung der Deutschen Goldmünzen GmbH. Ich schrieb deshalb diversen Verbraucherschutzstellen und auch dem NRZ Leserservice.

Guten Tag,

ich bin zwar generell kein Freund von Werbung, aber manchmal ist sie sogar hilfreich, in diesem Fall ist sich aber nur irreführend.

In der Samstagausgabe der NRZ lag zumindest hier in Duisburg ein Umschlag bei, welcher ein Schreiben der Deutschen Goldmünzen GmbH enthielt.

Erst einmal wird der Eindruck vermittelt, dass die angepriesene Münze wäre aus Gold und nicht einfach nur vergoldet. Gut der Preis sagt einem dies zwar, wenn man den Goldkurs kennt, aber da achtet auch nicht jeder drauf.

So wird von einer Münze mit 24-Karat-Gold gesprochen und im Text das Gold hervorgehoben, aber nicht der Begriff vergoldet erwähnt, sondern von veredelt gesprochen. Da sich das Schreiben an alle Leser richtet, soll hier offensichtlich der Eindruck eines Schnäppchens erweckt werden.

Zudem ist auf der Rückseite unten ein Feld angebracht, was mir auf den ersten Blick aussah, wie ein Testurteil der Stiftung Warentest, sich aber bei näherem Hinsehen im Kleingedruckten als Kundenumfrage durch DGG herausstellte.

Eine sehr suspekte Werbeaktion, auf die ich ggf. auch öffentlich aufmerksam machen werde. Von der NRZ erwarte ich deutlich mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

(Gerne stelle ich den in Kopie beteiligten Stellen einen Scan der Unterlagen zur Verfügung.)

Antwort Leserservice


vielen Dank für Ihre E-Mail vom 30. Januar 2016.

Wir können nachvollziehen, dass sich heutzutage viele Menschen durch Werbung gestört fühlen. Auf der anderen Seite ist die Werbung ein zentraler Bestandteil unseres Wirtschaftssystems – und macht günstige Preise für Medien erst möglich.

Bitte beachten Sie, dass wir auf den Inhalt der Werbebelagen keinen Einfluss haben und auch nicht dafür verantwortlich sind.

Meine Reaktion

Sehr geehrte Person,

tut mir leid, aber natürlich hat die NRZ einen Einfluss auf den Inhalt, denn offensichtlich rechtswidrige Werbung kann ein Verlag ablehnen, ebenso wie irreführende Werbung, für welche die verteilende Stelle mitverantwortlich ist, insbesondere, wenn dies als Leserservice vermittelt wird.

MfG

Ulrich Scharfenort

Antwort Leserservice


Wie wir Ihnen bereits mitgeteilt haben, sind wir für den Inhalt der Werbebeilagen nicht verantwortlich. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden über den Inhalt an die Deutschen Goldmünzen GmbH.

Fazit ist also, dass in der NRZ wohl auch unseriös geworben werden kann, weil keiner die Werbung kontrolliert bzw. sich nicht dafür verantwortlich fühlt. Und ich steh mal wieder vor der Frage, ob ich so eine Zeitung weithin beziehen will, zumal das Abo schon wieder teurer wird.

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Seehofer ein Polittroll?

Je mehr diese Person von sich gibt, desto mehr frage ich mich, ob es sich hier nicht um einen Polit-Troll handelt. Also jemand der gerne Grenzen überschreitet ohne Gesetze zu verletzten und dabei Chaos stiftet.

Wenn ein Politiker die EU-Außengrenzen von Griechenland bzw. zur Türkei mit der Grenze von Deutschland vergleicht muss ich mich sogar fragen, ob dieser noch zurechnungsfähig ist. Das ist schon kein Populismus mehr, der ist einfach nur hirnverbrannt, weil komplett unterschiedlich. Kann man doch gar nicht miteinander vergleichen.

Und dann würde mich interessieren, wie er die Grenzen ’schließen’ will. Mit einer Mauer? Bauzeit 20 Jahre? Einem Zaun? Auch in den Alpen?

Oder sind das alles Karnevalsreden? Würde zu dem passen, denn ernst kann er das ganz bestimmt nicht meinen.

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Offener Brief an die Enni

Sehr geehrte Personen,

wie ich sehe hängen die Plakate von der Veranstaltung Night of the Band der Enni noch immer in der Rheinhausener Innenstadt. Mehr als drei Monate nach der Veranstaltung!

Ich finde es schon ziemlich bedenklich, wenn ein Unternehmen, was eigentlich für Sauberkeit zuständig ist, in anderen Städten die Wände mit Plakaten zumüllt.

Jetzt gibt es natürlich jene Zeitgenossen, die meinen, dass so etwas völlig okay wäre, aber diese täuschen sich. Plakatspam, Wildplakatierung oder Schmarotzerwerbung, wie auch immer man es nennen will, schädigt nicht nur die Werbeindustrie, was für mich eher nebensächlich ist, sondern benachteiligt natürlich auch jene, welche ehrlich und legal werben.
Das größere Manko ist aber, dass es mit einem Plakat anfängt, dies sich ausweitet und bald mehre Plakate hängen, dazu kommen schnell Schmiererei und Ruckzuck hat man den nächsten Angstraum, denn so eine Atmosphäre aus Verfall hat entsprechende psychologische Auswirkungen.

Natürlich tragen auch Bodenvermüller ihren Teil dazu bei.

Leider greift das Ordnungsamt hier offensichtlich nicht hart genug durch und verhängt sofort das maximale Bußgeld. Wobei das für die Enni vielleicht nur Peanuts sind und sich deswegen nicht drum kümmert.
Aber vielleicht bemüht sich das Ordnungsamt auch nicht ausreichend darum, denn auf das illegal angebrachte Plakat (siehe Duisburger Sicherheits- und Ordnungsverordnung) wurde schon vor der Veranstaltung hingewiesen. Insofern hat vielleicht auch die Gewerkschaft der Polizei nicht unrecht, dass das Ordnungsamt nicht ausreichend durchgreift. Möglicherweise liegt dies auch am überall in der Verwaltung akuten Personalmangel.

Die Enni nicht die einzige Stelle, deren Werbung sich nicht an geltendes Recht hält, aber irgendwo muss man ja anfangen für ein zumindest äußerlich saubereres Rheinhausen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Im Januar 2016 noch immer in der Rheinhausener Fußgängerzone zu bewundern:
IMG_20160111_175835 Enni Plakaspam a

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Videoüberwachung am Bahnhof Rheinhausen

Wieder einmal wird die Videoüberwachung am Bahnhof Rheinhausen in den Medien behandelt.

Über Sinn und Zweck von Videoüberwachung kann man vortrefflich streiten. Was aber bedenklich ist, sind die Erfahrungen mit der Stadt und kommunalen Einrichtungen, die ganz deutlich, kaum bis wenig Ahnung von Videoüberwachung und den damit einhergehenden Rahmenbedingungen haben.

Jüngstes Beispiel wären hier die Stadtwerke, welche Videokameras auf den Bürgersteig an der Friedrich-Wilhelm-Straße gerichtet haben ohne dies rechtskonform zu kennzeichnen.

Die Bahnhöfe sind mir auch bereits mehrfach durch fehlerhafte oder fehlende Kennzeichnung aufgefallen. Man könnte das fast schon beruflich machen. Ich meine für Datenschutz zu sorgen. Bei einigen Kameras ist man gar fast schon versucht zu informationeller Notwehr zu schreiten, so tiefgreifend sind die Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht, welches sich unmittelbar aus dem Grundgesetz ableitet.

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Bahn jetzt auch Verspätungen über Whatsapp?

Oh wie toll jetzt kann man sich auch noch per Whatsapp über Verspätungen informieren.

Und welchen Mehrwert soll dies bei den vagen Zeitangaben der Bahn bringen? Die wirkliche Verspätungsursache erfährt man bei den verschlüsselten Angaben der Bahn auch nicht, kann also auch nicht abschätzen, wie sich das letztendlich auswirkt. Zudem ändern sich die Verspätungen auch schon mal. Sodass man doch pünktlich am Gleis sein muss, weil man sonst doch den Zug verpasst.

Im Prinzip zu wenig, genauso wie die floskelhaften Entschuldigungen, die nicht ehrlich sind, denn sonst würde man z.B. Weichenstörungen nicht immer wieder haben, sondern das Problem würde beseitigt.

DB steck das Geld lieber in die Problembehebung, als so einen “Service”, das hilft allen.

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Antwort vom BMUB bzgl. belgischer SuperGAU Kraftwerke

Ich habe den ein Eindruck einer Standardantwort, welche zwar einige Informationen vermittelt, aber nicht auf meine eigentliche Kritik bzgl. der Klage eingeht.

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

Ihre Nachricht (in cc:) vom 28. Dezember 2015 zu der Wiederinbetriebnahme belgischer Atomreaktoren hat über das Bundestagsbüro auch Frau Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks erreicht.

Das Bundestagsbüro von Frau Dr. Hendricks hat dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Ihre Nachricht zuständigkeitshalber weitergeleitet. Frau Dr. Hendricks hat darum gebeten, Ihnen zu antworten und Ihre Aussage hinsichtlich angeblicher Äußerungen von Frau Dr. Hendricks richtig zu stellen.

Zu allererst seien Sie vor allem versichert, dass Frau Bundesministerin Dr. Hendricks die berechtigten Sorgen um die belgischen Atomkraftwerke sehr ernst nimmt.

Vorab muss grundsätzlich jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Entscheidung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktorblöcke der belgischen Atomkraftwerke Doel-3 und Tihange-2 in der alleinigen Zuständigkeit der belgischen Behörden liegt.

Dennoch hat und wird sich Frau Bundesministerin Dr. Hendricks mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln sowohl auf bilateraler als auch auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass die belgische Regierung dafür Sorge trägt, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen an Atomkraftwerke eingehalten und die Bedenken der Bevölkerung in den grenznahen Regionen ernst genommen werden.

Bereits bei Bekanntwerden der Befunde über den Zustand der Reaktorblöcke der belgischen Atomkraftwerke Doel-3 und Tihange-2 hatte sich die Leitung des Bundesumweltministeriums (BMUB) an die belgischen Behörden gewandt und dabei wiederholt die Bedenken der Bürgerinnen und Bürgern zum Ausdruck gebracht.

Die in Belgien zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde “Federaal Agentschap voor Nucleaire Controle” (FANC) hatte am 11./12. Januar 2016 zu einem Treffen eingeladen, um ihre Entscheidung zugunsten der Wiederinbetriebnahme der beiden Atomkraftwerke Doel-3 und Tihange-2 im Rahmen eines international besetzten Arbeitstreffens mit Vertreterinnen und Vertretern anderer nationaler Aufsichtsbehörden zu erläutern.

Die von der FANC dafür im Vorfeld veröffentlichten Entscheidungsgrundlagen ließ das BMUB durch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) und der Reaktorsicherheitskommission (RSK) auswerten. Aus Sicht dieser Experten erscheint das gewählte Bewertungskonzept der belgischen Behörden zwar in sich geschlossen und nachvollziehbar – der Sicherheitsnachweis der Reaktordruckbehälter kann jedoch nicht vollständig nachvollzogen werden, weil einige der hierfür erforderlichen Informationen nicht öffentlich zugänglich sind. Die daraus entstandenen 15 sicherheitstechnischen Fragen haben die Experten des Bundesumweltministeriums der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC bei diesem Arbeitstreffen in Belgien übergeben.
Diese Fragen können Sie bei Interesse nachlesen unter folgendem Link: http://www.bmub.bund.de/N52753/.

Nach Einschätzung der BMUB-Fachleute stellen die in den Reaktordruckbehältern der beiden Anlagen zwischenzeitlich gefundenen Wasserstoffflocken eine signifikante Abweichung von der geforderten Fertigungsqualität dar. Aus deutscher Sicht ist fraglich, inwieweit das mit den grundlegenden Sicherheitsanforderungen an Atomkraftwerke vereinbar ist. Die Vertreter des Bundesumweltministeriums wiesen auf dem Arbeitstreffen in Brüssel zudem deutlich darauf hin, dass in der deutschen Bevölkerung die Sorgen wachsen, ob die belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange überhaupt noch sicher betrieben werden können. Insbesondere in den grenznahen Regionen sei die Bevölkerung nicht von der Sicherheit der belgischen AKW überzeugt. Die belgischen Behörden wurden aufgefordert, diese Sorgen und Bedenken sehr ernst zu nehmen.

Das BMUB wird die Ergebnisse des FANC-Arbeitstreffens sorgfältig auswerten. Begrüßenswert ist, dass die belgische Atomaufsicht zu weiteren bilateralen Fachgesprächen mit Vertretern von Bund und Ländern bereit ist. Darüber hinaus wird es auf Initiative von Frau Bundesministerin Dr. Hendricks auch Gespräche auf politischer Ebene geben.
Insofern weisen wir mit Blick auf diese Ausführungen ausdrücklich darauf hin, dass Ihre Aussage, Frau Dr. Hendricks hätte behauptet ” dass man nichts machen könne” unrichtig ist.

Festzuhalten ist unabhängig davon, dass der vom belgischen Gesetzgeber beschlossene Ausstieg aus der Kernenergienutzung für die Stromproduktion von der Entscheidung zur Wiederinbetriebnahme der belgischen Reaktorblöcke unberührt bleibt. Seit letztem Jahr ist die Beendigung des Leistungsbetriebs aller belgischen Atomkraftwerke gesetzlich für Ende des Jahres 2025 festgelegt. Nach dem geltendem Gesetz werden beide Reaktorblöcke spätestens im Jahre 2023 außer Betrieb genommen.

Meine Antwort:

Sehr geehrte Person,

wie ich feststelle, geht Ihre Antwort gar nicht auf meine Anmerkung bzgl. einer Klagemöglichkeit ein, welche weiterhin besteht. Da Aufgrund der Lage davon auszugehen ist, dass Gefahr im Verzuge ist die Zeit für Diskussionen und Dialog längst vorbei und die Abschaltung muss mit allen verfügbaren Mitteln erzwungen werden. Insbesondere, wo Deutschland nicht auf die Situation vorbereitet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

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Es wird immer schlimmer

Ständig liest oder hört man diese Behauptung, aber ist das wirklich etwas dran. Schließlich sorgt der subjektive Eindruck immer dafür, dass man glaubt, dass früher alles besser gewesen wäre, selbst wenn es nicht so war.

Zu einem gewichtigen Anteil wird es auch Veränderungsangst sein. Also zum Beispiel die Unruhe vor einem Umzug oder ein Reise, ebenso wie halt gesellschaftliche Änderungen im größeren Maßstab. Wer seine Angst nicht versteht, wird dieser schnell erliegen und den vermeintlichen Heilsbotschaften von Hasspredigern hinterherlaufen. Also jenen, welche einfach Antworten suggerieren in Wirklichkeit aber selbst nicht alles verstehen.

Sicher ist, dass es hier einen starken subjektiven Teil gibt, dazu kommt die Überhöhung von Veränderungen durch die Medien in einer gewissen Sensationsgier, welche der Absatzsteigerung dient. Es sind zwar keine Unwahrheiten, aber saubere journalistische Arbeit ist es auch nicht, wenn man nur über das Schlecht in der Welt berichtet und das Gute komplett außer acht lässt. Darüber wird nur bei spektakulären Rettungen berichtet.

Die Medien tragen ihren Teil dazu bei, dass man die Welt pessimistischer sieht. Der dritte Faktor ist hier die persönliche Situation. Je schlechter diese erscheint, desto schlecht wird auch das andere wahrgenommen.

Was natürlich auch dazu beträgt sind die Lügen und Halbwahrheiten, welche Individuen in sozialen Netzen verbreiten und die von schlecht informierten bzw. nicht differenziert denken Menschen geglaubt wird.

Wird es wirklich immer schlimmer oder haben viele einfach nur Scheuklappen auf, welche sie nun abnehmen und die brutale Realität sehen, die es schon immer gab, vielleicht bloß nicht so offensichtlich. Da ziehen sich einige in ihre bequemes Reich zurück, um die Realität zu vergessen, die schon immer brutal war. In den Jahrtausenden hat sich beim Mensch nicht so viel gewandelt. Höchstens der Rahmen ein wenig.

Wenn ich die medizinischen und technologischen Fortschritte betrachte würde ich sogar sagen, dass es immer besser wird. Natürlich gibt es auch neue Bedrohungen, aber viele alte werden auch beseitigt oder zumindest verringert. Ich bleibe jedenfalls dabei, dass es zwar nicht einfach wird, aber definitiv auch nicht immer schlimmer. Die Welt ändert sich halt. Um es mit Douglas Adams zu sagen: “Don’t Panic“.

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