Und täglich grüßt die Verspätung

Ich notiere seit einem halben Jahr etwa bei jeder Fahrt von Duisburg nach Bonn, wann ich in Bonn angekommen bin. Nur einmal bin ich nach meinen Aufzeichnungen pünktlich gewesen, was aber auch eine Messfehler gewesen sein könnte. Zu über 90 % gibt es bei dem IC Verspätungen von zwei oder mehr Minuten.

Bei einer Konfrontation der Bahn mit diesen Umständen kam das übliche Blabla und dass es erst ab 5:59 Minuten unpünktlich wäre. So misst jedenfalls die Bahn die Unpünktlichkeit.

Schaut man allerdings in die EU-Fahrgastrechte Verordnung ist da eine klare und eindeutige Definition von Verspätung zu finden:
Verspätung: Die Zeitdifferenz zwischen der planmäßigen Ankunftszeit des Fahrgasts gemäß dem veröffentlichten Fahrplan und dem Zeitpunkt seiner tatsächlichen oder erwarteten Ankunft.

So gesehen hat die Bahn fast immer Verspätung.

Dann wurde etwas von 20 Minuten bzw. 60 Minuten erwähnt, allerdings gilt dies nur bei Einzelfahrten und nicht bei permanenten Verspätungen.

Die Fahrgastrechtverordnung schreibt hierzu:
Fahrgäste, die eine Zeitfahrkarte besitzen und denen während der Gültigkeitsdauer ihrer Zeitfahrkarte wiederholt Verspätungen oder Zugausfälle widerfahren, können angemessene Entschädigung gemäß den Entschädigungsbedingungen des Eisenbahnunternehmens verlangen. In den Entschädigungsbedingungen werden die Kriterien zur Bestimmung der Verspätung und für die Berechnung der Entschädigung festgelegt.

Also wenn der Zug täglich eine Verspätung hat, dann ist eine Entschädigung fällig. Allerdings gab die Bahn keine Auskunft, ob und wie dies geregelt ist. Vermutlich ist das gerade eben nicht geregelt, obwohl vorgeschrieben.

Warum die Aufregung wegen zwei Minuten? Ersten, weil es ziemlich stresst, wenn man nicht vernünftig kalkulieren kann und mal mehr oder weniger stark verspätet ankommt und dann auch, weil ich dadurch jedes Mal einen Bus verpasse, der mich schnell zur Arbeit bringt, während ich sonst wegen der Verspätung der Bahn 15 bis 20 Minuten mehr brauche.

Ich fahre zwar gerne mit der Bahn, aber die Unzuverlässigkeit lässt mich immer mehr über ein Auto nachdenken, ob das nicht insgesamt doch stressärmer wäre.

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