Vorurteile oder Vorurteile?

Klingt erst einmal wie eine dämliche Frage, aber wenn man sich mit Vorurteilen auseinandersetzt, wird einem so manches klarer.

Was sind Vorurteile?
Der Mensch mit begrenzter Wissensbasis leitet aus der eigenen Erfahrung generelle Regeln ab. Diese Erfahrung kann ein persönliches Erlebnis sein oder aber auch vermitteltes Wissen. Die ist ein instinktiver Überlebensmechanismus, den man allerdings durch schüren von Ängsten manipulieren kann. Die Medien machen dies alltäglich, teilweise wegen der Sensationsgier der Menschen und damit für den Profit.

Jeder Mensch hat Vorurteile. Wer sicher ist ohne Vorurteile zu sein, möge den ersten Stein werfen.

Schon jemand aufgefallen? Das erste Vorurteil hat sich bereits in den Artikel geschlichen. „Die Medien“, hier wird alles unter einem mehr oder weniger klar definierten Sammelbegriff zusammengefasst.
Es gibt nicht die Medien, es gibt verschiedene Verlage, Publikationen, Redakteure und Autoren. Die Blickwinkel mögen sich ähneln oder verschieden sein. Und selbst wenn alles gleichartig wäre, würde es trotzdem noch von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Denn beim Lesen eines Artikels ist auch die Erwartungshaltung, ebenso wie die Vorbildung relevant. Manchmal gibt es sprachliche Nuancen, die sehr viel mehr vermitteln, ebenso wie das, was nicht gesagt wurde.

Aber ich schweife ab. Zu sehr in die Informationstheorie, wobei in Zeitungen oder im Netz die Metainformation von Gestik und Mimik fehlt (abgesehen von Emoticons 😉 ).

Mal ein Beispiel aus der eigenen Erfahrung. Ich bin jemand der sich erlaubt Dinge zu hinterfragen. Zum Beispiel auch die von einem politischen Spektrum viel bemühte Nazikeule. Dies tat ich auch in im Zusammenhang mit einem Vortrag zu Ziganismus.
Was waren die Reaktionen?
Erst einmal der Vorwurf ich wäre ein „besorgter Bürger“, dann wurde mein Parteizugehörigkeit thematisiert, als könnte man daraus meinen Charakter ableiten. Aber kann man dies wirklich? Nö natürlich nicht, genauso wenig, wie alle Flüchtlinge auf Bahnhofplatten rumhängen oder alle Raucher gegen Regeln verstoßen, genauso wenig kann man aus einer kritischen Anmerkung etwas über den Charakter eines Menschens ableiten. Das sind klare Vorurteile. Egal ob sie nun von Rassisten oder Antirassisten kommen. Individuen beider Seiten zeigen immer wieder Vorurteile, besonders dann, wenn die Meinung einer anderen Person zu sehr von der eigenen abweicht.

Wenn ich meine Erfahrungen mit Individuen betrachte, so könnte ich sagen, dass wegen einiger schlechter Erlebnisse mit deutscher Asis alle Deutschen so wären, wobei das absurd wäre, denn da müsste ich mich selbst einschließen.

Es macht letztendlich keinen Unterschied von welcher Seite die Vorurteile kommen. Es gibt sogar positive, wenn man wegen Erfahrungen etwas bestimmten positiven gegenübersteht, wobei natürlich auch hier Enttäuschung lauern kann. Genauso wie in der anderen Richtung, dass einem ein negatives Vorurteil durch persönliche Erfahrungen widerlegt wird.

Es erfordert natürlich differenzierendes Denken über Vorurteilen hinauszudenken und nicht alles, was nicht in das persönliche Weltbild passt direkt zu verdammen. So etwas kann Menschen aus der Mitte in die Extreme treiben. Also genau das was wird derzeit beobachten, weil eben keine normale Diskussion möglich war dominieren immer mehr die extremeren Positionen. Sei es nun Nazis oder die Nazikeulenschwinger, was natürlich auch wie eine vorurteilende Verallgemeinerung ist.

Wie auch immer ich werde weiterhin offen bleiben und mir nicht das Leben von Menschen mit Vorurteilen diktieren lassen. Man kann über alles reden oder schreiben, man kann, muss es aber nicht. Besser ist es aber trotzdem, denn sonst kann die derzeitige Entwicklung möglicherweise nicht mehr gestoppt werden. Dies habe ich inzwischen erkannt. Du auch?

Ich werde übrigens weiterhin Dinge kritisch hinterfragen, denn ÄNDERN geht nur, wenn man offen bleibt und gleichzeitig nicht alles als gegeben.

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