Antwort vom Landesverkehrsministerium zum Fluglärm

Ich hatte dem Ministerium geschrieben und bekam nun folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

ich bedanke mich für Ihre E-Mail vom 26.01.2016, in der Sie sich über Fluglärm an Ihrem Wohnort in Duisburg-Rheinhausen beschweren. Zur Beantwortung Ihrer E-Mail habe ich eine Stellungnahme der Flughafen Düsseldorf GmbH (FDG) eingeholt, welche mir nun vorliegt.

Die FDG hat mir mitgeteilt, dass Ihre Aussage richtig ist, dass der Unterschied zwischen 6.000 m Höhe (ca. 19.000 ft ) und 2.000 m (ca. 6.500 ft) Höhe eine Pegeldifferenz von ca. 10 dB ausmacht. Dies bedeutet eine Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Flugbewegungen ausgehend von anderen Flughäfen nicht signifikant zur Lärmbelastung beitragen.
Anhand der Fluglärmzonen von einzelnen Flughäfen in der Lärmkartierung der Umgebungslärmrichtlinie für NRW ist erkennbar, dass die Schutzzonen so weit auseinander liegen, dass Flugbewegungen anderer Flughäfen zum Beispiel im Umfeld des Flughafens Düsseldorf keinen relevanten Beitrag zur Lärmbelastung leisten (www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de).

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

Sehr geehrte Frau ***,

Ihre Antwort bestätigt meine Einschätzung bzgl. der Lautstärke, den Rest sehe ich aber signifikant anders.

Zum Beispiel vom Flughafen Köln/Bonn fliegen häufiger die besonders lauten Frachtmaschinen über Duisburg. Dies trägt stark zur Lärmbelastung bei.

Die Argumentation mit Schutzzonen finde ich seltsam. Mal abgesehen davon, dass diese, würde man den gesamten Fluglärm betrachten, erweitert werden müssten, scheint es hier gar keine Betrachtungen zu geben, obwohl das Gesetz gegen Fluglärm von Flugbewegungen redet, was ja auch verständlich ist. Der gesamte Fluglärm ist hier relevant.

Bei einer Autobahn würde man auch nicht nur eine Auffahrt betrachten, sondern alle und damit die Gesamtlärmbelastung bestimmen.

Aber Ihrer Antwort entnehme ich, dass derartige Betrachtungen bisher in keinem Genehmigungsverfahren betrachtet wurden, was natürlich einen Verfahrensfehler darstellt. Schließlich ist immer gesamte Lärmbelastung zu betrachten und wenn man diese von vornherein als nicht relevant bezeichnet ohne sie zu bestimmen, ist dies wohl kaum begründet. Oder wurde dies auch nur für einen Flughafen gemacht? Wahrscheinlich nicht.

Die Gesamtbelastung ergibt sich aus allen Flugbewegungen und somit ist auch dieser Wert für Schutzzonen zu betrachten. Zudem werden hier m.W. fiktive Werte der Maschinen genommen, anstatt die realen, welche je nach Flugart und Maschine auch zum Lärm beitragen. Hier müsste es eigentlich ein Messnetz geben und nicht nur so ein paar vereinzelte Messstationen direkt am Flughafen.

Ich habe ausgehend von Lärmereignissen jedenfalls zahlreiche Flughäfen ausgemacht, welche über Duisburg fliegen. Sowohl bei Tag, als insbesondere störend in der Nacht. Wie etwa der Eingangs erwähnt Flughafen Köln/Bonn, der mich mit seinen Fluglärmmaschinen schon mehrmals aus dem Schlaf gerissen hat.

Nun gut, das Ministerium wird sich mit dieser Thematik auf jeden Fall ausführlicher beschäftigen müssen, denn ich bin sicher, dass viele Bürger im Umfeld von Flughäfen einer Erweiterung der Lärmschutzzone durch eine Gesamtfluglärmbetrachtung, wie sie das Gesetz vorsieht , auch auf dem Rechtsweg, nicht abgeneigt sein dürften.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Meine feste Überzeugung ist jedenfalls, dass sämtliche Fluglärmschutzzonen zu klein sein dürften, weil nur ein Teil des Fluglärms betrachtet wird. Das schöne ist, dass Betroffene hier auch unabhängig Ausweitungsverfahren, wie in Düsseldorf oder Planfeststellungsverfahren, wie in Köln/Bonn ihr Recht auf Lärmschutz einfordern können. Dies würde für die Flughäfen jedenfalls ziemlich teuer und das Thema wird ganz sicher in allen Genehmigungsverfahren, welche ich mitbekomme, thematisiert.

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