Bericht von der EON-Aktionärsversammlung (Hauptversammlung)

Zwar etwas spät, aber besser als gar nicht.
Die meisten denken Bürgerbeteiligung nur an die Politik, aber nicht an die Wirtschaft, dabei kann der Bürger auch in der Wirtschaft mitmischen. Und zwar durch den Kauf von Aktien. Natürlich ist bei wenigen Aktien das Stimmgewicht nicht sonderlich hoch, allerdings erwirbt man das Recht bei Hauptversammlungen auch Fragen an den Vorstand zu stellen. Man ist schließlich Miteigentümer. Natürlich müssen die Fragen schon gut durchdacht sein.

Abgesehen davon gibt es meist auch einiges an Essen und Trinken, um die Aktionäre milde zu stimmen.

Aufgrund einer Frage gab Herr Teyssen Kosten von über 2 Millionen für die Versammlung an. Was ich für überteuert halte. Evonik gab vergleichbare Kosten an, trotzdem gab es da deutlich gesünderes Essen und zudem noch ein ÖPNV-Ticket für den Hin- und Rückweg. Wenig nachhaltig war zudem die Abgabe der Unterlagen in einem Plastikbeutel. Was aufgrund einer Nachfrage auch dazu führte, dass dies fürs nächste Jahr überdacht werden soll.

Aber fangen wir beim Eingang an. Die gesamte Atmosphäre war deutlich angespannter. Dies fing bereits bei den deutlich sensibler eingestellten Metalldetektoren und auch Hinweise auf Flucht- und Rettungswege an den Sitzplätzen. Man rechnete wohl mit irgendwelchen Aktionen.

Das Essen war wie gesagt durch wenig Gemüse oder Obst geprägt. Besteckt fürs Mittagessen fehlte auch. Obwohl es die gleiche Halle, wie bei der Hauptversammlung von Evonik war, erschien diese düsterer.

Im Eingangsbereich gab es eine Ausstellung zu den verschiedenen Arbeitsgebieten von Uniper und Eon-Neu. Bloß die Kernkraft wurde schamhaft verschwiegen. Für Eon waren es Energiespeicherung und Gewinnung aus erneuerbaren.

Bemerkenswert fand ich die Aussage, dass die erneuerbaren Energien eine gute Rendite liefern würden, während die Stadtwerke Duisburg vor nicht all zu langer Zeit das Gegenteil behaupteten.

Die Deutsche Kernenergie soll bei Eon bleiben wird aber in einem Bereich mit der Bezeichnung Preussen Elektra verlagert. Es gibt aber auch noch schwedische Kernkraftwerke, welche zu Uniper verlagert wurden.

Nach Aussage von Eon solle die Endlagerung zudem da, wo sie hingehöre liegen, also beim Staat, was darauf hindeutet, dass die Sache schon feststehen zu scheint.

Natürlich gab es es das übliche Gejammer bzgl. Energiewende. Dass dies von außen aufgezwungen worden wären. Und einige der Aktionäre, besonders hier ein älterer Ingenieur, hingen dem Irrglauben an, dass die Kernkraft sicher wäre. Der Applaus war eher mäßig.

Was die Sicherheit der Energieversorgung angeht, so soll Eon ein eigenes Cyberdefencecenter haben.

Einer der Fragenden ging besonders auf das Thema Blutkohle ein. Ein Begriff der menschenrechtsverletzende Bedingungen beim Abbau in von Kohle in Kolumbien umschreibt. Die Zeit hat es hier recht gut zusammengefasst. Und nach diesem Artikel der Rheinischen Post scheint da wohl auch bei anderen Unternehmen etwas im Argen zu liegen. Aber indem Aktionäre hier regelmäßig die Stimmer erheben kann man auch etwas bewirken. Wobei ich mir auch diese Initiative kritischer anschauen werde.

Ich fragte mal, wann denn nun endlich Schluss mit der GNS in Duisburg wäre, allerdings schien man dies nicht zu wissen.

Interessant ist auch, dass EON anscheinend an einem Zielwert von Null Geschlechtergerechtigkeit für den Vorstand festhält.

Was ich sehr gut in gesellschaftlicher Hinsicht fand, war der Umstand, dass Beschäftigte bis zu 5 Tage freigestellt werden für ehrenamtliche Tätigkeit.

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