Flachstartverfahren am Flughafen Düsseldorf

Gemäß einem Zeitungsartikel wird seit 2014 vom Düsseldorfer Flughafen bzw. von dort abfliegenden Flugzeugen das sogenannt Flachstartverfahren praktiziert.

Der Fluglärm fiel mir ab 2014 besonders störend und laut auf. Dies kann eigentlich kein Zufall sein.

In einer kleinen Anfrage an des hessischen Landtages ist auch von der Anwendung von Schubreduktion (cut back) die Rede.
Dort heißt es auch:
„Durch dieses Verfahren ist mit einer Zunahme der Verlärmung der Bereiche unter den Startrouten zu rechnen.“

Die Rede ist von etwa 300 m Höhe. Die Flugzeuge über Rheinhausen liegen bei 1 bis 2 km. Ich hatte ja bereits die Beobachtung gemacht, dass es so scheint als würde manche Flugzeuge plötzlich steigen. Was wohl im Anschluss an dieses Flachflugverfahren stattfinden und zufällig immer wieder einmal über Rheinhausen stattfinden.

Das Startverfahren dient den Fluglinien dazu Kerosin zu sparen, was unter dem Aspekt Kohlendioxid sicherlich löblich ist. Allerdings kommt dazu eine erhebliche Lärmbelastung, welche durch längeren Aufenthalt in Bodennähe auch mehr Lärm am Boden erzeugen.

Ich wandte mich deswegen mal wieder ans Luftfahrtbundesamt:

Sehr geehrte Personen,

wie ich aus verschiedenen Quellen erfuhr wird durch die Lufthansa auch beim Start von Düsseldorf aus das Flachstartverfahren angewendet. Zufälligerweise seit 2014, dem Jahr wo der Fluglärm störender wurde.

Leider finden sich im Netz kaum brauchbare Informationen zu dem Verfahren und die vorhandenen deuten darauf hin, dass es dadurch lauter wird.

Meine derzeitige Arbeitshypothese ist, dass es durch Cut Back in 300 m Höhe und dann wieder steileren Steigflug über Rheinhausen hier lauter als vorher wird. Allerdings fehlt hier die dauerhafte Messstation, um dies belegen zu können.

Dazu hätte ich folgende Fragen:
1. Ab welcher Höhe wird dann wieder Schub gegeben?

2. Wie wirkt sich dies auf den Lärm aus? Also in welche Höhe wird es lauter oder leiser und mit welchen Lautstärkeunterschieden ist hier zu rechnen?

3. Gab es hier Messungen auch im weiteren Umfeld von Flughäfen? Etwa in Rheinhausen, wo öfters die zweite steilere Steigflugphase beginnt.

4. Wie viel Prozent der Flüge starteten in Düsseldorf 2015 etwa nach diesem Verfahren?

Aufgrund der Einfachheit der Fragen wird von keinen Kosten für diese Anfrage nach IFG und UIG und einer Beantwortung nach EGovG in elektronischer Form ausgegangen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Die BI Fluglärm Raunheim analysierte das Verfahren für Frankfurt und stellt dabei fest, dass es im Nahbereich leiser wird dafür mit zunehmender Entfernung aber lauter.

In einem Vortrag des DLR sind die Verfahren ICAO-A und ICAO-B dargestellt, wobei sich beide dadurch auszeichnen, dass zuerst ein steilerer, dann ein flacherer und schließlich wieder ein steiler Anstieg erfolgt. Die Unterschiede liege nur in der Höhe. Wobei hier ICAO-B niedriger ist. Aus den Beobachtungen und gehörtem schließe ich, dass der zweite steilere Anstieg öfters über Rheinhausen stattfindet. Und zwar so, dass die bevorzugte Schallausbreitungsrichtung, auf Rheinhausen zeigt. Diese Ausbreitungsrichtung dürfte neben Flugrichtung vom Wetter abhängen, also Temperatur, Windrichtung, Luftschichtung, Niederschlag usw. Eine genau Untersuchung von Flugzeugen in Hinblick auf dieses Verhalten scheint es nicht zu geben. Jedenfalls wurde ich bisher nicht fündig. Was schon verwundert, wo solche Untersuchungen doch im Zusammenhang mit aktiver Schallreduzierung notwendig sind.

Ob man so etwas unter Laborbedingungen messen kann, bezweifele ich dann doch recht stark. Dies müsste man unter realen Bedingungen, als Lärm am Boden messen.

Der Beginn der zweiten Steigphase, wird auf etwa 10 km vom Flughafen entfernt gelegt. Wodurch insbesondere Rheinhausen davon getroffen sein könnte. Da hier nicht gemessen wird, liegen natürlich auch keine belegbaren Daten vor. Außer jene, die man als Ohrenzeuge erfahren hat.

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