Bürger gegen Fluglärm sprechen Klartext

Es sind zwar nicht meine Worte, sondern nur ein Zitat der Pressemeldung, aber ich kann mich dieser Einschätzung anschließen. Es wäre wirklich ein Skandal, wenn für die Arbeitsplätze bei Air Berlin das Wohl von Millionen Menschen geopfert würde.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
wie die BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM schon seit Langem prognostiziert
haben, wird es jetzt ernst für die wichtigste Fluglinie am Airport Düsseldorf. Air Berlin fliegt bereits seit Jahren mit einem negativen Eigenkapital und damit dicht an der Insolvenz entlang. Und auch im ersten Halbjahr 2016 wurde wieder ein Betriebsverlust eingeflogen, diesmal in Höhe von 234 Millionen Euro, was einem Minus von 1,3 Millionen pro Tag entspricht. Lediglich die vom Management regelmäßig abgegebenen Fortführungsprognosen, die sich im Nachhinein aber stets als falsch herausgestellt haben, retteten die Airline bisher vor dem Konkurs. Und auch in dem beigefügten Presseartikel klingt die Frage durch: Wie lange noch?
Vermutlich liegt in der schwierigen wirtschaftlichen Situation von Air Berlin ein wesentlicher Grund dafür, dass Verkehrsminister Groschek sich mehrfach öffentlich für eine Kapazitätserweiterung am Flughafen Düsseldorf ausgesprochen hat. Und dass er bisher nicht bereit war, die bestehenden Nachtflugbeschränkungen, die für Air Berlin und andere Homebase-Carrier Landungen bis Mitternacht und mit Antrag auch darüber hinaus ermöglichen, durch engere Regeln zu ersetzen, deutet in die gleiche Richtung: Er möchte wohl alles tun, um die Arbeitsplätze bei Air Berlin zu retten. So etwas bringt meist eine gute Presse, geht aber auch manchmal daneben, wie im Falle der Ministererlaubnis von SPD-Chef Gabriel bei der Übernahme von Kaisers/Tengelmann durch Edeka.
Interessant wäre deshalb zu wissen, was im vergangenen Jahr bei dem Termin von Air Berlin-Chef Pichler in der Staatskanzlei vereinbart wurde.
Hat Ministerpräsidentin Kraft den Wunsch von Pichler, in den frühen Morgen- und späten Abendstunden mehr Flüge in Düsseldorf abwickeln zu können, unterstützt? Wurde über die Risiken für den Flughafen Düsseldorf gesprochen, falls Air Berlin als größter Kunde ausfällt? Gab es bei diesem Termin oder eventuell bei anderen Gesprächen Absichtserklärungen oder
gar Zusagen?
Alles Fragen, denen die Presse einmal auf den Grund gehen könnte, wenn sie es denn wollte (oder dürfte), denn am Bedarf für den Geschäftsreiseverkehr, wie vom Flughafen und von den Industrie- und Handelskammern immer behauptet wird, kann es nicht liegen, dafür ist das Segment mit rund 30 % zu klein (siehe DUS Geschäftsbericht 2015) und es sind auch noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Könnte es also sein, dass die beantragte Kapazitätserhöhung vor allem dazu dienen soll, die angeschlagene Air Berlin als Hauptkunde des Flughafens Düsseldorf am Leben zu halten? Möglicherweise werden die wirtschaftlichen Folgen eines unternehmerischen Air Berlin-Crashs für so gravierend gehalten, dass die Kapazitätserweiterung auch gegen den ausdrücklichen Willen der Städte und Gemeinden und der Anwohner im Umland durchgedrückt werden soll.
Andererseits haben Hunderttausende lärm- und abgasgeplagte Anwohner (und Wähler) rund um den Flughafen Düsseldorf ein Recht darauf, dass ihre Gesundheit und die Entwicklung ihrer Kinder nicht für eine Wirtschafts- und Verkehrspolitik nach Gutsherrenart geopfert wird. Und es ist auch nicht Aufgabe des Verkehrsministers, Airlines oder Flughäfen zu retten. Mit solchen Aktionen haben sich schon andere Protagonisten die Finger verbrannt.
BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM

Diese Einschätzung deckt sich mit einem Artikel in der Rheinischen Post.

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