Erfahrungsbericht Düsseldorf Flughafen

Als Kritiker sollte man natürlich sich alles mal anschauen.

Da eine Gegnerschaft für eine Kapazitätserweiterung nicht bedeutet, dass man nicht fliegen darf, was insbesondere bei Fernreisen ohnehin sehr schwierig wäre, ging es vor kurzem zu einem Fernziel zu einem Familienbesuch.

Hier vielen zahlreiche Mängel am Flughafen Düsseldorf auf.

Dies fing schon in der Eingangshalle an, wo jegliche Informationen zu den Schaltern zum Check-In fehlten. An allen anderen Flughäfen wechselten sich die angezeigten Inhalte ab, sodass eine Orientierung möglich war oder es sind feste Check-In Schalter vorhanden. Würde ich schon mal als mangelhaft bewerten, dass man drei Stunden vor dem Flug nicht über die Monitore erfährt, wo man hin muss.

Anfang des Jahres informierte ich mich über die Nacktscanner am Flughafen Düsseldorf. Oder Körperscanner, wie sie derzeit offiziell bezeichnet werden. Natürlich besteht keinerlei Gefahr, was man ja bei vielen anderen Dingen auch lange behauptet hat, was sich später dann aber als Trugschluss herausstellte.

Jedenfalls bekam ich im Januar folgende Antwort von der Bundespolizei:

Sehr geehrter Herr Scharfenort,

ich danke Ihnen für Ihre unten stehende Anfrage, die ich heute erhalten habe.
Die Bundespolizei ist am Flughafen Düsseldorf u.a. für die Personen- und Handgepäckkontrollen verantwortlich, so dass ich Ihnen gerne antworten darf.

Mit Blick auf die Nutzung des Körperscanners kann ich Ihnen versichern, dass die Nutzung nach wie vor freiwillig ist.
Ich erlaube mir Ihnen diesbezüglich einen entsprechenden Informationsflyer beizufügen.

Bei der Technik handelt es sich um so genannte „Millimeterwellen“, die – sofern man überhaupt von einer „Belastung“ sprechen kann – 10.000-fach niedriger ist, als bei der Nutzung eines Handys.

In der Hoffnung Ihnen hiermit gedient zu haben verbleibt mit freundlichen Grüßen im Auftrag

Man stelle sich meine Überraschung vor, als ich dann am Flughafen feststellen musste, dass der Zugang nur durch einen Nacktscanner erfolgen konnte und man eben nicht mehr von Freiwilligkeit sprechen kann. Und eine Mehrwert für Sicherheit dürfte dies auch nicht bringen. Während in anderen Ländern die Metalldetektoren auf bestimmte Objekte reagierten, war dies bei dem Nacktscanner nicht der Fall.

Während man an Bahnhöfen komfortables WLAN findet, war dies im Düsseldorfer Flughafen nicht der Fall. Dort gab es zwar WLAN, aber dieses war extrem schlecht, sodass man kaum Empfang bekam. Dazu sollten zur Nutzung noch zahlreiche Angabe gemacht werden (u.a. Name, Anschrift, Email), was mir in Anbetracht anderer Lösung unverständlich ist. Allein vom Datenschutz kann dies nicht zulässig sein. Insbesondere nicht bei der Nutzung per Smartphone. Da auf diesem Weg die Identität hinreichend genau geklärt war, was eine Abfrage weiterer Daten unnötig macht.

Beispielsweise bei der Bahn kann man sich mit einem Smartphone so einloggen. Bei allen anderen Geräten ist die Angabe einer Telefonnummer notwendig zur Identifizierung. Bei Starbucks ist selbst dies nicht notwendig.

Da Daten nur erhoben werden dürfen, wenn sie notwendig sind und bereits die aufgeführten Beispiele zeigen, dass die vom Flughafen erhoben Daten nicht notwendig sind, liegt hier nach meiner Einschätzung ein Verstoß gegen den Datenschutz vor. Was ich inzwischen auch gegenüber dem LDI äußerte.

Angeblich gibt es ja so viele Arbeitsplätze am Flughafen, dabei wird genau hieran immer mehr gespart. Etwa bei EU-Bürgern und der Einreise. Anstelle von netten Menschen gibt es nur noch Maschinen, welche einen kontrollieren sollen.

Allerdings sind diese nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern auch noch ziemlich lahmarschig. Bei der normalen Kontrolle war man deutlich schneller durch, als bei der Automatischen, wo dann u.U. auch noch zahlreiche Daten erfasst werden. Das hier natürlich Arbeitsplätze am Flughafen eingespart werden versteht sich von selbst. Und eine Person erkennt doch noch mehr, als ein Automat, der nur mit einer Kamera ins müde Gesicht der Reisenden schaut.

Die Gepäckausgabe ist noch immer lahm. Von der Ankunft bis zum Empfang der Gepäckstücke vergingen ganze 50 Minuten und die Koffer waren sogar noch recht früh da, wenn man schaute wie viele dort noch warteten und das wahrscheinlich deutlich länger.

Und zum Abschluss durfte man dann noch den Taxiwucher am Flughafen erfahren. Mindestens 60 Euro für eine Strecke, für die man auf dem Hinweg weniger als 30 Euro zahlte. Und das war nur der ungefähre Wert, denn auf einen Festpreis wollten sich die Fahrer nicht einlassen. Wäre also ein Stau hinzugekommen, hätte es schnell ziemlich teuer werden können. So viel also dazu, dass man komfortabel vom Flughafen nach Hause käme. Mit ÖPNV müsste man mehrfach umsteigen. Allein zwischen Flughafen und Flughafen Bahnhof einmal.

Alles in allem, sollte man den Flughafen meiden, wenn es möglich ist, denn der Aufwand ist. Dann doch lieber mit der Bahn, wo man wenigstens vernünftiges WLAN hat und das sogar unterwegs.

Da noch die Anzahl der Passagiere zu erhöhen wollen ist sicherlich unsinnig. Zumal es eh schon ziemlich eng ist.

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