RAG Dialogforum eine Farce

In der NRZ lag vor kurzem eine Beilage, wo die RAG sich von den Vorwürfen der Grubenwasserpanscherei freizusprechen versucht. Ebenfalls wird darin zu einem Dialogforum eingeladen, wo man nur mutmaßen kann, wie die Teilnehmer ausgewählt werden. Kritische Stimmen werden dort wohl kaum zu Wort kommen.

Sehr geehrte Personen,

die „Sonderbeilage“ der RAG in der Tageszeitung finde ich ziemlich frech. Aber die Höhe war es der Bevölkerung einen Dialog anzubieten, der nicht ehrlich gemeint ist.

Das fängt schon damit an, dass man sich anmelden muss, was natürlich eine Auswahl der Teilnehmer in genehme und nicht genehme ermöglicht. Das Ergebnis wird sein, dass man schön berichten kann, dass es keine kritischen Stimmen zum Grubenwasser gab.

Wenn man nicht bereit ist für einen öffentlichen Dialog, kann man es auch sein lassen.

Aber selbst wenn man durch die Auswahl kommen sollte, ist eine Teilnahme trotzdem fraglich, weil man den Termin geheimhält, sodass man weder Urlaub nehmen kann noch mit anderen Terminen am Abend abgleichen kann. Es mag Menschen geben, die soviel Zeit haben, aber engagierte kritische Menschen sind auch mehr beschäftigt.

Wer sich so Beteiligung vorstellt kann es auch direkt bleiben lassen. Das ist weder auf Augenhöhen noch ehrlich gemeint, sondern nur eine Farce. Nicht viel anders, als der Flughafen Düsseldorf mit unehrlicher Propaganda versucht eine Kapazitätserweiterung durchzudrücken.

Sauberes und kontaminiertes Wasser in der Grube wird vermischt und die Giftfracht gesenkt. Dies ist nach Wasserrecht unzulässig. Und die Täuschung mit Schwebstoffen soll der Bevölkerung wohl vorgaukeln, dass keine Gefahr besteht. Das ist Quatsch. Natürlich lösen sich auf PCB in dem Wasser. Zwar nur in geringen Mengen, aber da der Abbau auch kaum stattfindet, ist davon auszugehen, dass sich der Giftstoff in der Umwelt weiter anreichert.

Ob die Grenzwerte eingehalten werden ist ebenfalls erst einmal nebensächlich. Rechtlich ist man nach derzeitigem Stand auf der sicheren Seite, aber moralisch ist man im Morast. Die Grenzwerte von heute orientieren sich an der früheren Nachweisgrenze, eigentlich hätte man die Grenzwerte mit der neuen Technik absenken müssen, tat es bedauerlicherweise nicht.

Also statt neue Arbeitsplätze für die Aufbereitung des Wassers von den PCB zu schaffen will die RAG lieber einsparen und versucht sich mit einer Werbebeilage, die sicherlich viel Geld gekostet hat von der Schuld freizukaufen. Ein moderner Ablasshandel, der sicherlich auch Luther verärgert hätte. Dabei hätte die RAG durchaus das Zeug verantwortungsbewusst zu handeln.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

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