Offener Brief: Respekt-Los an Frau Kraft

Ob ich hier jemals eine klare Antwort bekomme?

Sehr geehrte Frau Kraft,

so ein Aufruf zu mehr Respekt ist in meinen Augen purer Populismus, der wenig bis gar nichts bewegen wird.
Er lenkt höchstens für kurze Zeit die Augen der Öffentlichkeit auf das Problem löst es aber nicht.

Wo ist hier das Forschungsprogramm, was die Ursachen ermittelt? Wo sind Ihre Aussagen zu Prävention?
Härtere Strafen sind auch nur Populismus, denn sie wirken erst nach begehen der Tat und die überlasteten Staatsanwaltschaften weisen Anzeigen viel zu leicht ab.

Ich frage mich auch, wo differenziert wird. Man muss sicherlich jeden Einzelfall betrachten, ob dies wirklich Respektlos war oder eine berechtigte Reaktion. Etwa ein Journalist, der seine Nase in die Privatsphäre anderer steckt handelt ebenfalls Respektlos. Ebenso der Polizist, der einem bei einer Anzeige wegen nächtlicher Ruhestörung sinngemäß sagt, dass da nichts gemacht würde.

Respekt aus Angst, wäre Obrigkeitshörigkeit und dies will ich in Deutschland nicht erleben, denn ein Blick in die Geschichte zeigt, wohin das führt. Respekt entsteht aus einer Begegnung auf Augenhöhe, aber auch aus Regeln die durchgesetzt werden. Ein Beispiel aus Duisburg, wo sich das Ordnungsamt weigert die bestehenden Regeln durchzusetzen. Ursache vermutlich Personalmangel.

Das Polizisten gestresster und damit sensibler sind liegt sicherlich nicht zuletzt an dem massiven Stellenabbau und den erheblichen Überstunden. So ein Raubbau an der Gesundheit wirkt sich auch auf die Arbeitsleistung aus und strahlt damit ebenfalls zum Gegenüber weiter.

Der Sozialstaat, der quasi immer weiter geschrumpft wurde; die unfähigen Firmenchefs, wie etwa bei Volkswagen, wo Personal für dies Unfähigkeit mit Jobverlust zahlen muss; das Smartphone als Zeitfresser und so vieles mehr. All diesem gemein ist, dass es sich um Stressfaktoren handelt. Eine der Auswirkungen von Stress kann Aggression sein. Mein Diagnose ist, dass so Dinge wie Stellenangst, Verlustängste und Veränderungsangst in eine gesellschaftliche Burnoutsymptomatik führen, die noch unterstützt wird durch einen Wertverfall. Untermalt wird dies durch das Zwangskorsett des Political Correctness, was unsere Ausdrucksform fesselt und zu Verwirrung führt.

Das Erstarken von Populisten ist ebenso ein Symptom dafür. All dies hängt zusammen, man muss es bloß mal richtig betrachten. Und jene die häufig in den Medien sind, werden als Vorbild genommen. Das ein scharfe Debatte im Bundestag nicht heißt, dass man sich streitet, ist vielen Menschen nicht bewusst. Pöbelmoderatoren in Castingshows, welche Teilnehmer zum Weinen bringen werden natürlich als Vorbilder begriffen, ebenso wie Pöbelpolitiker, die sich in Angriffe ergehen.

Mit so einer Initiative werden Sie NICHTS bewirken, denn es setzt nicht an den Ursachen an, sondern versucht die Symptome zu mildern. Also endlich aufhören mit Populismus und wirklich etwas tun. Mehr Personal und Jobsicherheit statt Zeitvertrag würde schon eine Menge bewirken. Aber mir werden Sie eh kein Gehör schenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ulrich Scharfenort (Duisburg-Rheinhausen)

Es würde sicherlich mehr helfen, wenn man die Ursachen für Ängste und Sorgen beseitigt, als die heiße Luft, welche derzeit produziert wird. Aber natürlich ist die Beseitigung von Missständen schwieriger, als sich wo hin zu stellen und Wünsche zum Besten zu geben.

So machen Politiker weiterhin Werbung für Angst für Deutschland.

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