Fracking in Duisburg

Man glaubt es kaum, aber im Duisburger Süden, also genau da wo demnächst durch Flächenfraß (Arrondierung) neuer Wohnraum entstehen soll, ist Fracking möglich und nicht nur dort. Auch der Duisburger Westen ist betroffen.

Es geht hier um die Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken in dem Feld „Ruhr“. Dazu liegt der Bezirksregierung Arnsberg ein Antrag der Wintershall Holding GmbH vor. Diese will die Berechtigung, in ihren Claim fracken zu können, verlängern.

Da Arnsberg, um die kritische Öffentlichkeit weiß, wurden die betroffenen Kommunen beteiligt. Darunter auch Duisburg.

Am 20.09.2016 wurde der Bezirksregierung eine Stellungnahme übersandt. Am 13.09.2016 hätte dies im Umweltausschuss beraten werden können. Wurde es aber nicht, sondern erst jetzt im November wurde es gerade einmal der BV Süd zu Kenntnis gegeben.

In der DS 16-1048 ist diese eher dürftige Antwort der Stadt Duisburg an die für Bergrecht zuständige Bezirksregierung Arnsberg hinterlegt. Enthalten war auch eine Karte, welche deutlich zeigt, dass zudem der Duisburger Westen betroffen ist. Die Bezirksvertretung West wurde nicht informiert. Sicherlich wäre es auch für die Stadtentwicklung interessant, ob in nächster Zeit das Umfeld durch Fracking verseucht werden könnte. Davon abgesehen geht das „Aufsuchen“ nicht ohne Lärm vonstatten. Sei es für Transporte von Material und Wasser oder beim Bohren selber.
Es ist auch bekannt, dass Fracking zu Erdbeben führen kann. Also sind auch im Duisburger Süden Bergschäden möglich, was den Wohnwert mindern wird.

Auch Düsseldorfer Gebiet könnte betroffen sein, was wiederum das Duisburg Grundwasser gefährden könnte, wenn eine andere Bundesregierung Fracking erlauben sollte. Sicherlich zielt hierauf auch die Verlängerung ab. Alles in der Hoffnung, dass sich die politische Lage ändert und dadurch Fracking auf Kosten der Allgemeinheit möglich wird. Als gäbe es nicht genug Bodenbelastung in Duisburg.

Mit Datum vom 16.06.2016 beantragte die Wintershall Holding GmbH bei der Bezirksregierung Arnsberg die Verlängerung der bisher zeitlich begrenzten Genehmigung zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken im Feld „Ruhr“. Hiervon ist auch der Stadtbezirk „Süd“ betroffen.

Besonders das Wörtchen ‚bisher‘ sticht hiervor. Es könnte also durchaus auch um eine unbegrenzte Verlängerung für die Lizenz zum Fracken gehen.

Im Rahmen dieses Verfahrens wurde die Stadt Duisburg am 18.07.2016 als Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme zu dem Antrag gebeten.

Daneben zeigt sich hier die übliche Duisburger Intransparenz, da nichts weiteres öffentlich gemacht wurde. Anders, als dies etwa in Haan der Fall ist.

Dort wurde neben Rat auch der für Umwelt und Stadtentwicklung zuständige Ausschuss informiert. Die Stadt Haan antwortete zudem deutlich fachlich versierter, als nur auf nicht auswertbare Unterlagen hinzuweisen.

Es ist absehbar, dass sich Wintershall hier der üblichen Salamitaktik bedienen will, um die Erlaubnis solange zu verlängern, bis es möglich ist zu fracken.

Aus der Vorlage der Stadt Haan ist zu entnehmen:

Im Jahr 2021 soll der Deutsche Bundestag überprüfen, ob es beim Verbot des unkonventionellen Frackings bleibt.

Es wird also sicherlich eine Verlängerung bis zu diesem Zeitpunkt angestrebt, um dann doch noch fracken zu können.

Insbesondere im Duisburger Süden bzw. Düsseldorfer Norden wird das Trinkwasser für Duisburg gewonnen und das Grundwasser ist bereits jetzt durch die Belastung mit PFT vom Düsseldorfer Flughafen geschädigt, sodass durch Fracking Ausweichmöglichkeiten weiter vermindert würden.

Wintershall ist offensichtlich nicht an einer kritischen Öffentlichkeit interessiert, wie das Datum der Einreichung zeigt, denn so liegt die Beteiligungsmöglichkeit der Gremien genau in der Sommerpause oder kurz vor Fristende der Bezirksregierung Arnsberg.

Warum die Vorlagen nicht dem Umweltausschuss überstellt wurde kann man nur mutmaßen. Dies könnte aber natürlich auch ein Zeichen für die massive Überlastung der Stadt und den Personalmangel sein. Weshalb dann gute solide Arbeit nicht möglich ist. Die Kürze der Stellungnahme deutet jedenfalls darauf hin. Oder sind SPD und CDU etwa für Fracking im Duisburger Süden, wo sie doch hier eher den Wohnwert steigern wollen.

Vorerst wurde nur um ein halbes Jahr verlängert.

Bereits im Jahr 2014 kündigte die BZR Arnsberg an, die betroffenen Kommunen zu beteiligen.

Bei einer Recherche im Ratsinformationssystem konnte keinerlei Information zu diesem Thema gefunden werden. Es scheint als wären die Informationen nicht an die Gremien weitergegeben worden, obwohl Fracking ja durchaus aufgrund der Kontroverse ein durchaus politisch relevantes Thema ist.

Der Antrag u.a. von den Piraten (PSL) mit den Grünen gegen Fracking wurde 2015 abgelehnt. Dies heißt also, obwohl durch Flächenfraß (Arrondierung) der Duisburger Süden bebaut wird, soll dort auch weiterhin gefrackt werden können.
SPD und CDU waren laut Niederschrift für die Ablehnung des Antrages.

Im Rahmen einer Anfrage, ob man Fracking in Duisburg verhindern können, kam als Begründung von Herrn Tum warum dies nicht ging der unbestimmte Rechtsbegriff Verhinderungsplanung.

Ein weiteres Gebiet für die Gasförderung scheint nach DS 16-1116 (zur Umgestaltung des Gebietes der Alfred-Hitz-Schule) in Rheinhausen Bergheim zu liegen.

Das Plangebiet liegt über dem auf Steinkohle verliehenen Bergwerksfeld „Wilhelmine Mevissen“. Im Bereich des Plangebietes ist der Bergbau eingestellt.
Bergbauliche Nachwirkungen auf das Plangebiet sind nicht zu erwarten. Ferner liegt das Plangebiet über dem Feld der Erlaubnis zu gewerblichen Zwecken „Mevissen Gas“. Diese Erlaubnis gewährt das befristete Recht zur Aufsuchung des Bodenschatzes „Kohlenwasserstoffe“.

Hier vermutlich Grubengas.

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