Antwort von Hannelore Kraft

Folgende Antwort bekam ich zu meiner kritischen Frage:

Sehr geehrter Herr Dr. Scharfenort,

Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dankt Ihnen für Ihre Mail vom 19. November 2016, mit der Sie sich kritisch zur „Woche des Respekts“ der Landesregierung äußern.
Sie beklagen den Aufruf zu mehr Respekt als puren Populismus, der wenig bis gar nichts bewegen wird. Nun, ob all die Aktivitäten der Landesregierung etwas bewegen und verändern können, hängt letztlich ja von uns allen, von jeder und jedem Einzelnen ab. Zunächst einmal ist es wichtig, denen, die respektlos handeln, zu zeigen, dass sie eine Minderheit sind, deren Verhalten nicht respektiert, nicht gutgeheißen wird.
Populistisch zu sein, hieße ja, der Bevölkerung nach dem Mund zu reden, dies aber möglicherweise zumindest teilweise auch gegen besseres Wissen und/oder im Widerspruch zu eigenen Zielsetzungen zu tun. Es gibt ja ganz konkrete Entwicklungen, die die Landesregierung zu dieser „Woche des Respekts“ veranlasst haben, zum Beispiel Mobbing am Arbeitsplatz und in der Schule, Pöbeleien und Angriffe gegen Polizei und Rettungskräfte im Einsatz oder der unerträgliche Hass in den sozialen Netzwerken.
Es ist ja auch nicht so, dass die Landesregierung allein die in den Medien bekannt gewordenen Aktivitäten veranstaltet hat.
Nach der erfolgreichen Initiative zur Strafbarkeit der Behinderung durch „Gaffer“ – einer besonders schlimmen Form von Respektlosigkeit – hat die Landesregierung anlässlich der „Woche des Respekts“ beschlossen, einen Gesetzentwurf im Bundesrat einzubringen. Ziel ist eine Verschärfung des Strafgesetzbuches im Fall von Übergriffen auf Polizei-, Rettungskräfte und andere – auch ehrenamtliche – Hilfeleistenden.
Sie haben ja durchaus Recht: Respekt aus Angst ist Obrigkeitshörigkeit und ganz sicherlich nicht Ziel der Politik der Landesregierung. Dem Anderen die nötige Achtung zu bezeugen, ihn auch dann zu akzeptieren, wenn sie oder er andere Meinungen vertritt, das muss das Ziel sein.
Wenn gerade junge Menschen sich respektlos verhalten, dann wird das eher weniger mit Stellenangst und Verlustängsten zu tun haben. Richtig ist aber, dass ihnen im Alltag, vielfach auch in den Medien, immer wieder suggeriert wird, dass Respektlosigkeit positiv, ja sogar zunehmend notwendig sei, um seinen Platz in der Gesellschaft zu finden oder zu behalten.
Richtig ist auch, dass Initiativen wie die „Woche des Respekts“ dann ohne Wirkung bleiben, wenn sie Selbstzweck und ohne Nachhaltigkeit bleiben. Sie dürfen ganz sicher sein, dass die Landesregierung es nicht bei dieser Initiative belassen wird, sondern überall dort, wo es ihr möglich ist und geeignet erscheint, für mehr Respekt werben und ihn auch einfordern wird.

Mit freundlichem Gruß

Wie ich feststelle, wurde mein Schreiben nicht verstanden. Es soll weiter nur für Respekt geworben werden. Nicht ein Punkt zur Ursachenforschung.

Also wieder mal ein Fall von Fehlkommunikation. Zumal auch die Selbstbedienungsmentalität mancher Politiker zu abschmelzenden Respekt führt.

So wird das nichts. Man darf nicht immer nur reden, sondern muss Probleme auch angehen. Probleme geht man aber nicht indem diese bei den Auswirkungen bekämpft, sondern man muss diese an den Wurzeln bekämpfen.

Hannelore Kraft, Respektlos, Selbstbedienung

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